19.04.2011

Statement zur „Energiewende“: Künftig verstärkt dezentrale Energieversorgung – regionale Projekte notwendig – Zukunft der Geothermie offen

„In Zukunft wird die Energieversorgung nach Expertenmeinung verstärkt dezentral organisiert werden müssen; für diese Aufgabenstellung ist die EnergieSüdwest AG (ESW) gut gerüstet“ – so die Einschätzung des stellvertretenden ESW-Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Thomas Hirsch.

 

Das Unternehmen sei bisher bereits offen für innovative Ansätze in der Energieversorgung gewesen und werde sich künftig in den notwendigen Umbau des Energiesystems einbringen. Hirsch ist in Personalunion auch Geschäftsführer der Stadtholding Landau in der Pfalz GmbH, die als städtische Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft 49% an der ESW hält und damit die kommunale Anteilseignerposition in dem Unternehmen vertritt. „Wir sind uns mit dem Mehrheitsgesellschafter Enovos Deutschland AG einig, Mittel aus der so genannten Zuzahlungsvereinbarung, einem Investitionstopf der bei der Gründung der ESW geschaffen wurde, verstärkt für den Ausbau regenerativer Erzeugungsanlagen einzusetzen“, so Hirsch.

 

Bisher sei das Engagement der ESW geprägt gewesen von Investitionen in die Geothermie, deren Zukunft nach Einschätzung von Hirsch „derzeit völlig offen“ ist. „Wenn wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Energieerzeugungsform nicht gewinnen, wird die Geothermie nicht Fuß fassen“, ist sich Hirsch auch im Hinblick auf das laufende Mediationsverfahren sicher.

 

Er setzt unabhängig davon auf weitere Projekte in der Region und nennt als Beispiel großflächige Solaranlagen, wie den Solarpark auf der ehemaligen Landauer Mülldeponie.

 

Auch über die Windenergie müsse man neu reden: Bereits vor dem Unglück in Japan habe er hier eine Initiative gestartet und freue sich über den einsetzenden Bewusstseinswandel.

 

 

Insgesamt geht Hirsch auch davon aus, dass künftig stärker auf dezentrale Strukturen zurückgegriffen werden müsse, weswegen örtliche Projekte, wie von der ESW beispielsweise mit Blockheizkraftwerken initiiert, weiter zu forcieren sind. Es gehe darum, innovative und investive Kräfte in der Region zu bündeln, wie dies beispielsweise in der von der ESW mit gegründete Energiegenossenschaft Südpfalz geschehe.

 

„Es muss aber vor allem darum gehen, den unnötigen Einsatz von Energie zu vermeiden“, weswegen sich die ESW auch dem modernen und nachhaltigen Bauen als Impulsgeber annehmen wolle, so Hirsch.

 

In der Energiewende sieht Hirsch eine große Herausforderung, für Bund, Länder, Kommunen und die gesamte Gesellschaft – aber auch die große Chance, Ökologie und Ökonomie zu vereinen und den Klimaschutz voran zu bringen.

 

 

Landau in der Pfalz, 19. April 2011